Kurz gesagt: Sonnenschutz gehört unabhängig von Jahreszeit und Wetter in die tägliche Morgenroutine, da UVA-Strahlung auch durch Wolken und Fensterglas dringt und langfristig für vorzeitige Hautalterung und Pigmentflecken mitverantwortlich ist. Ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser 50, in ausreichender Menge ist der zuverlässigste Schutz.
Warum Sonnenschutz nicht nur eine Sommersache ist
Viele verbinden Sonnencreme automatisch mit Strand, Hitze und direktem Sonnenschein. Tatsächlich ist UV-Strahlung aber das ganze Jahr über vorhanden, auch bei bewölktem Himmel, im Schatten und selbst durch Fensterglas im Büro oder Auto, zumindest was UVA-Strahlung betrifft. Diese Strahlung dringt tief in die Haut ein und trägt maßgeblich zu vorzeitiger Hautalterung, feinen Linien und Pigmentflecken bei, auch ohne dass es zu einem sichtbaren Sonnenbrand kommt.
Wer bereits an Pigmentflecken oder ungleichmäßigem Hautton arbeitet, wird ohne konsequenten Sonnenschutz kaum sichtbare Fortschritte erzielen, da UV-Strahlung diese Prozesse ständig neu anstößt.
UVA und UVB: der Unterschied kurz erklärt
UVB-Strahlung ist vor allem für Sonnenbrand verantwortlich und in ihrer Intensität stark von Jahreszeit und Sonnenstand abhängig. UVA-Strahlung dagegen ist über das ganze Jahr nahezu konstant vorhanden, dringt tiefer in die Haut ein und ist der Hauptfaktor für vorzeitige Hautalterung. Ein guter Sonnenschutz deckt deshalb immer beide Bereiche ab, erkennbar am Hinweis „Breitband" oder „UVA/UVB" auf der Verpackung.
Wie viel Lichtschutzfaktor braucht es wirklich?
Für den Alltag empfiehlt sich mindestens Lichtschutzfaktor 30, viele setzen inzwischen auf LSF50 als komfortablere Wahl, da in der Praxis ohnehin oft weniger Produkt aufgetragen wird, als für den angegebenen Schutz nötig wäre. La Roche-Posay Anthelios UVMune 400 Fluid LSF50+ und Vichy Capital Soleil UV-Age Daily LSF50+ bieten beide einen hohen Breitbandschutz in einer alltagstauglichen, nicht fettenden Textur.
Die richtige Menge und Anwendung
Wie viel Creme wirklich nötig ist
Für Gesicht und Hals gelten etwa zwei Fingerlängen Creme als Richtwert, aufgetragen auf Zeige- und Mittelfinger. Das ist deutlich mehr, als die meisten Menschen intuitiv verwenden, weshalb der tatsächliche Schutz in der Praxis oft niedriger ausfällt als auf der Verpackung angegeben.
Wann auftragen
Sonnenschutz ist der letzte Schritt der Morgenroutine, nach Feuchtigkeitspflege und vor dem Make-up. Er sollte etwa 15 bis 20 Minuten einziehen, bevor weitere Produkte folgen. Wer eine Feuchtigkeitspflege mit integriertem Lichtschutzfaktor nutzt, spart sich diesen zusätzlichen Schritt, mehr Details dazu im Artikel zur Routine unter 30 Euro.
Sonnenschutz je nach Hautbedürfnis
Für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut
Eucerin Sun Sensitive Protect LSF50+ und Bioderma Photoderm MAX Aquafluid LSF50+ haben eine leichte, nicht fettende Textur, die auch bei fettiger und Mischhaut nicht zusätzlich glänzt oder die Poren verstopft.
Für empfindliche, gerötete Haut
Mineralische oder besonders milde Formeln kommen hier oft besser zurecht, mehr dazu im Artikel Empfindliche Haut und Rötungen.
Als Ersatz für Make-up
Wer eine leichte Abdeckung mit Sonnenschutz kombinieren möchte, findet in La Roche-Posay Anthelios UVMune 400 Tinted LSF50+ eine getönte Variante, die Unregelmäßigkeiten kaschiert und gleichzeitig schützt.
Typische Fehler beim Sonnenschutz
- Nur im Sommer verwenden. UVA-Strahlung ist ganzjährig relevant, auch im Herbst und Winter.
- Zu wenig Produkt auftragen. Der angegebene Lichtschutzfaktor gilt nur bei ausreichender Menge.
- Nicht bis zum Haaransatz und Ohren auftragen. Diese Bereiche werden häufig vergessen, obwohl sie genauso der Sonne ausgesetzt sind.
- Sonnenschutz als letzten Pflegeschritt vor dem Schlafengehen auftragen. Das ist unnötig, tagsüber ist der richtige Zeitpunkt.
- Sich allein auf Make-up mit LSF verlassen. Die enthaltene Menge reicht in der Praxis fast nie für einen ausreichenden Schutz.
Sonnenschutz und Vitamin D
Ein häufiger Einwand gegen konsequenten Sonnenschutz ist die Sorge um die körpereigene Vitamin-D-Produktion. In der Praxis reichen dafür meist schon kurze, unbedeckte Momente im Freien, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause, auch mit Sonnenschutz im Gesicht, da dieser nur einen Teil der Körperoberfläche abdeckt. Bei konkreten Fragen zum Vitamin-D-Spiegel lohnt sich ein Bluttest bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, statt aus Vorsicht ganz auf Sonnenschutz im Gesicht zu verzichten.
Sonnenschutz und andere Wirkstoffe
Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren wie AHA und BHA können die Haut zusätzlich lichtempfindlicher machen, weshalb an Tagen mit diesen Wirkstoffen ein konsequenter Sonnenschutz am Morgen besonders wichtig ist. Mehr dazu im Artikel Niacinamid oder Retinol.
Wenn du unsicher bist, welcher Sonnenschutz am besten zu deinem Hauttyp und deinen aktuellen Themen passt, kann dir unser kostenloser Hauttest eine Empfehlung geben.
Kurz zusammengefasst
Sonnenschutz gehört unabhängig von Jahreszeit, Wetter und Hauttyp in die tägliche Routine, da UVA-Strahlung ganzjährig und auch bei Wolken oder durch Fensterglas wirkt. Ein Breitbandschutz mit LSF30 bis LSF50, in ausreichender Menge aufgetragen, ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen vorzeitige Hautalterung und Pigmentflecken.