Kurz gesagt: Im Winter verlieren Heizungsluft, Kälte und Wind der Haut zusätzlich Feuchtigkeit, deshalb lohnt sich eine reichhaltigere Routine mit milder Reinigung, feuchtigkeitsbindenden Wirkstoffen wie Hyaluronsäure und einer schützenden, etwas fetteren Creme als im Sommer.
Warum der Winter für trockene Haut eine besondere Herausforderung ist
Trockene Haut hat es ohnehin schwerer, ausreichend Feuchtigkeit zu halten, im Winter kommen gleich mehrere zusätzliche Belastungen dazu. Kalte Außenluft enthält weniger Feuchtigkeit, trockene Heizungsluft in Innenräumen verstärkt das noch, und der Wechsel zwischen kalter Luft draußen und warmer, trockener Luft drinnen fordert die Hautbarriere zusätzlich heraus. Wer sich noch unsicher ist, ob die eigene Haut grundsätzlich zu trocken neigt, findet im Artikel Hauttyp bestimmen einen einfachen Selbsttest.
Typische Anzeichen für winterbedingte Trockenheit sind ein verstärktes Spannungsgefühl, feine Trockenheitslinien, raue oder schuppige Stellen, vor allem an Wangen, um Mund und Augen, und manchmal auch ein Jucken oder leichtes Brennen.
Die Winter-Routine im Überblick
Reinigung: mild statt austrocknend
Schäumende, stark entfettende Reiniger sind im Winter meist keine gute Wahl, da sie der ohnehin gestressten Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit entziehen. CeraVe Hydrating Cleanser ist eine cremige, seifenfreie Alternative, die reinigt, ohne die Hautbarriere weiter zu schwächen.
Feuchtigkeit binden mit Hyaluronsäure
Hyaluronsäure kann große Mengen Feuchtigkeit binden und diese in der Haut halten. The Ordinary Hyaluronic Acid 2% + B5 wird auf noch leicht feuchte Haut aufgetragen, damit der Wirkstoff Feuchtigkeit aus der Umgebung und den darunterliegenden Hautschichten binden kann, statt sie der Haut zu entziehen. Auf trockener, leicht feuchter Haut aufzutragen ist hier der entscheidende Kniff.
Reichhaltigere Feuchtigkeitspflege
Im Winter darf die Feuchtigkeitspflege ruhig etwas reichhaltiger ausfallen als im Sommer. CeraVe Moisturizing Cream enthält Ceramide und ist speziell für sehr trockene Haut entwickelt, die dichtere Textur bildet eine Art Schutzschicht gegen den Feuchtigkeitsverlust durch kalte Luft.
Ein pflegendes Öl als Extra
Für besonders beanspruchte Stellen oder als zusätzliche Pflegeschicht am Abend kann ein Gesichtsöl wie The Ordinary 100% Organic Cold-Pressed Rose Hip Seed Oil helfen, die Haut geschmeidiger zu machen. Öle werden meist als letzter Schritt nach der Creme aufgetragen, um die Feuchtigkeit darunter einzuschließen.
Sonnenschutz bleibt Pflicht
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Sonnenschutz im Winter nicht nötig sei. UV-Strahlung ist aber auch bei bewölktem Himmel und Kälte vorhanden, besonders in Kombination mit Schnee, der das Licht zusätzlich reflektiert. Avène Hydrance UV Riche LSF30 spendet gleichzeitig Feuchtigkeit und Sonnenschutz, praktisch für kalte, aber sonnige Wintertage. Mehr dazu im Artikel Sonnenschutz im Alltag.
Zusätzliche Gewohnheiten, die im Winter helfen
- Kürzer und lauwarmer duschen. Sehr heißes Wasser trocknet die Haut zusätzlich aus, auch am restlichen Körper.
- Direkt nach dem Waschen eincremen. Solange die Haut noch leicht feucht ist, ziehen Cremes und Feuchtigkeitspflegen besser ein und schließen die vorhandene Feuchtigkeit ein.
- Luftbefeuchter in beheizten Räumen nutzen. Das kann die allgemeine Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Haut entlasten.
- Lippenpflege nicht vergessen. Die Lippenhaut ist besonders dünn und trocknet im Winter oft als Erstes aus.
- Schal statt direkter Windkontakt. Kalter Wind direkt im Gesicht verstärkt den Feuchtigkeitsverlust zusätzlich.
Typische Fehler im Winter
Viele greifen bei Spannungsgefühl reflexartig zu noch mehr Produkten, statt bei den Grundlagen anzusetzen. Eine überladene Routine mit zu vielen aktiven Wirkstoffen kann die im Winter ohnehin empfindlichere Haut zusätzlich reizen. Auch Retinol und Säuren wie AHA oder BHA werden in der kalten Jahreszeit oft schlechter vertragen, hier lohnt es sich, die Häufigkeit zu reduzieren und stärker auf Feuchtigkeit zu setzen.
Kleidung und Umgebung mitdenken
Nicht nur Pflegeprodukte beeinflussen, wie gut die Haut den Winter übersteht. Kratzige Wollschals direkt auf der Gesichtshaut können zusätzlich reizen, ein weicherer Stoff dazwischen hilft. Auch das Schlafzimmer spielt eine Rolle: Wer nachts bei sehr trockener Heizungsluft schläft, wacht morgens oft mit spannenderer Haut auf als bei etwas kühlerer, feuchterer Raumluft.
Wann trockene Haut ärztlich abgeklärt werden sollte
Anhaltende, starke Trockenheit mit Rissen, starkem Jucken, Entzündungen oder Ekzem-ähnlichen Stellen geht über das hinaus, was Pflegeprodukte allein lösen können, und sollte dermatologisch angeschaut werden. Das gilt besonders, wenn die Beschwerden auch nach Wochen konsequenter Pflege nicht besser werden.
Wenn du unsicher bist, welche Produkte am besten zu deiner Haut im Winter passen, kann dir unser kostenloser Hauttest eine erste Orientierung geben.
Kurz zusammengefasst
Im Winter braucht trockene Haut eine mildere Reinigung, feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe wie Hyaluronsäure und eine reichhaltigere Creme als im Sommer, dazu weiterhin täglichen Sonnenschutz. Wer zusätzlich auf lauwarmes Wasser, Luftfeuchtigkeit im Raum und eine reduzierte Wirkstoff-Routine achtet, kommt meist deutlich entspannter durch die kalte Jahreszeit.